Verfahren & Technologien W3D-TECH-14 ISO/ASTM 52900 Validiert

W-LMD: Drahtbasiertes Laserauftragschweißen (Wire Laser DED)

Drahtbasiertes Laser-DED (W-LMD): 100 % Materialausnutzung, saubere Werkstattumgebung, Schweißdraht als günstiger Rohstoff, Schichtdicken 0.8 bis 2.5 mm.

Stand: 2026-03-24 Lesezeit: 10 min Fachredaktion Additive Fertigung
Executive Summary & Technische Kernaussagen Normativer Status: Valide

Das drahtbasierte Laserauftragschweißen (W-LMD / Wire-Laser DED) kombiniert die Präzision des Laserstrahls mit der Wirtschaftlichkeit und Sicherheit standardisierter Schweißdrähte. Im Gegensatz zu pulvermetallurgischen Verfahren entfallen teure Pulverabsaugungen, ATEX-Explosionsschutzauflagen und Pulververluste: Der Draht wird zu 100 % im Schmelzbad abgeschieden. Mit Aufbauraten von 0.5 bis 2.5 kg/h und minimalem thermischen Verzug schließt W-LMD die Lücke zwischen feinem LPBF-Pulverbett und grobem WAAM-Lichtbogendruck.

  • 100 % Materialausbeute ohne Pulververlust und ohne Pulver-Recyclingaufwand.
  • Nutzung genormter, weltweit verfügbarer Schweißdrähte senkt Rohstoffkosten um bis zu 80 % vs. Metallpulver.
  • Vollständig saubere Werkstattintegration ohne Reinraum- oder ATEX-Bedingungen.
Materialausnutzung
100 %
Aufbaurate
0.5 - 2.5 kg/h
Schichtdicke
0.8 - 2.5 mm
Rohstoffpreis
bis -80 % vs Pulver

Technische Kennwerte & Verfahrensvergleich

ISO/ASTM 52900
Kriterium W-LMD (Draht-Laser) Pulver-DED WAAM (Lichtbogen)
Materialausnutzung 100 % (kein Verlust) 60 - 85 % (Overspray) 95 - 98 %
Wärmeeintrag Sehr gering & fokussiert Gering bis moderat Hoch (starker Verzug)
Mindestwandstärke 1.0 - 1.5 mm 0.8 - 1.2 mm 3.0 - 6.0 mm
Bediensicherheit Kein Feinstaub, kein ATEX ATEX & PSA erforderlich Schweißrauch-Absaugung
Oberflächenwellen Gering bis mittel Gering Ausgeprägte Schweißraupen
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Koaxiale vs. seitliche Drahtzuführung

Bei seitlicher Drahtzuführung ist die Vorschubrichtung richtungsabhängig – Richtungswechsel erfordern Drehachsen am Werkzeugkopf. Moderne Mehrstrahlsysteme (wie die Meltio-Drahtoptik) führen mehrere Laserstrahlen kreisförmig um den zentral geführten Draht herum. Dies gewährleistet eine vollkommen richtungsunabhängige 360°-Deposition auf 5-Achs-CNC-Fräsmaschinen oder Robotern.

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Drahtwerkstoffe und Legierungsvielfalt

Da Standard-Schweißdrähte (Durchmesser 0.8 bis 1.2 mm) aus der Schweißtechnik nach DIN EN ISO und AWS zertifiziert sind, steht ein riesiges Portfolio an Werkstoffen ab Werk bereit: Von Edelstahl 316L über Inconel 718, Titan Grade 5 bis hin zu Werkzeugstählen und Reinkupfer. Die Qualitätskontrolle der Drähte (Durchmesser, Reinheit, Restöl) ist industriell etabliert.

03

Einsatz in hybriden CNC-Zerspanungszentren

Aufgrund der sauberen Drahtverarbeitung lässt sich W-LMD direkt in konventionelle CNC-Bearbeitungszentren integrieren. Ohne dass Metallpulver die Kugelgewindetriebe oder Kühlmitteltanks kontaminiert, kann in einer einzigen Aufspannung Material additiv aufgebaut und unmittelbar danach mit Fräswerkzeugen auf Endmaß gebracht werden.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie hoch ist die Porosität bei W-LMD Bauteilen?
Bei sauberer Schutzgasabdeckung (Argon 5.0) und gereinigtem Draht liegen die relativen Dichten bei über 99.9 % ohne Gasporosität.
Kann W-LMD auch für Bauteilreparaturen verwendet werden?
Ja, das Verfahren eignet sich ideal zur Reparatur von Wellen, Dichtsitzen und Turbinenkomponenten, da die Anbindung metallurgisch fehlerfrei und die thermische Beeinflussung minimal ist.
Welche Drahtstärken werden eingesetzt?
Üblich sind Durchmesser von 0.8 mm, 1.0 mm und 1.2 mm. Dünnere Drähte erlauben feinere Wandstärken, dickere Drähte höhere Schmelzraten.

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