Verfahren & Technologien W3D-TECH-10 ISO/ASTM 52900 Validiert

Multi-Laser LPBF: Produktivitätssteigerung & Überlappungszonen

Multi-Laser LPBF Systeme im Serienbetrieb: 4, 8 oder 12 Faserlaser, optische Kalibrierung, Stitching-Qualität, Schutzgas-Querströmung und Bauraumökonomie.

Stand: 2026-03-24 Lesezeit: 9 min Fachredaktion Additive Fertigung
Executive Summary & Technische Kernaussagen Normativer Status: Valide

Multi-Laser-Systeme im LPBF-Bereich revolutionieren die Serienfertigung und die Herstellung großformatiger Metallkomponenten. Durch den parallelen Einsatz von 4, 8 oder sogar 12 Faserlasern (je 500 bis 1.000 W) steigen die effektiven Aufbauraten von 20 - 40 cm3/h auf über 150 - 350 cm3/h. Die zentrale ingenieurtechnische Herausforderung liegt in der optischen Kalibrierung der Überlappungszonen (Stitching Zones) und der Beherrschung der komplexen Schmauchinteraktion im Schutzgasstrom.

  • Produktivitätssteigerung um den Faktor 3.5 bis 7 bei Bauteilen mit hohem Schmelzvolumen.
  • Stitching-Fehler in Überlappungszonen werden durch Überlappungsscans und Offset-Verschachtelung unter 15 µm gehalten.
  • Hochleistungs-Gaskreisläufe mit laminarer Querströmung sind obligatorisch, um Laserinterferenz durch Schmauch zu verhindern.
Laser-Anzahl
4 - 12 Scanner
Aufbaurate
bis 350 cm3/h
Stitching-Präzision
< 15 µm
Bauraum-Diagonale
bis 1.000 mm

Technische Kennwerte & Verfahrensvergleich

ISO/ASTM 52900
Merkmal 1-Laser System (400 W) 4-Laser System (4x 500 W) 12-Laser Großraum (12x 1 kW)
Aufbaurate AlSi10Mg 25 - 40 cm3/h 110 - 160 cm3/h 300 - 450 cm3/h
Aufbaurate 316L 15 - 25 cm3/h 60 - 90 cm3/h 180 - 260 cm3/h
Gasströmungskonzept Einfache Querströmung Zonierte Kaskadenströmung Segmentierte Hochgeschwindigkeitsdüsendecke
Optische Überdeckung Keine Überlappung Voll- oder Teilüberlappend Matrix-Scanfelder mit dyn. Z-Achse
01

Stitching-Strategien und Nahtstellen-Qualität

Wenn zwei oder mehr Laser denselben Bauteilbereich belichten, muss die optische Deckungsgleichheit im Mikrometerbereich gewährleistet sein. Ungenauigkeiten führen zu Porositätsbändern oder Oberflächenversatz in der Stitching-Linie. Moderne Steuerungen verwenden dynamische Übergangsstreifen mit verschachtelten Vektoren (Interlaced Scanning), sodass keine harten Übergangskanten im Werkstoffgefüge entstehen.

02

Schmauch-Management bei simultanem Laserbetrieb

Mehrere Laser erzeugen proportional größere Mengen an Metalldampf und Kondensatpartikeln. Trifft ein Laserstrahl auf eine Schmauchwolke eines Nachbarlasers, kommt es zu Defokussierung, Streuung und Energieabfall am Pulverbett. Hochentwickelte Strömungssimulationen (CFD) sichern eine turbulenzfreie, gleichmäßige Gasgeschwindigkeit über die gesamte Bauplatte.

03

Wirtschaftlichkeitsgrenzen und Serien-ROI

Die Anschaffungskosten für Multi-Laser-Anlagen liegen deutlich höher als für Single-Laser-Maschinen. Der ROI rechnet sich jedoch drastisch bei Bauteilen mit hohem Füllgrad der Bauplatte oder bei großen Strukturteilen (z. B. Satellitenträger, Raketendüsen), bei denen Single-Laser-Maschinen Bauzeiten von über 200 Stunden benötigen würden.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Führen Stitching-Zonen zu Festigkeitsverlusten?
Bei korrekt kalibrierten modernen Systemen mit verschachtelten Scanvektoren zeigen Zugproben aus Überlappungszonen keine statistisch signifikante Festigkeits- oder Dehnungsverminderung gegenüber Monolaser-Bereichen.
Können alle Laser gleichzeitig auf denselben Bereich feuern?
Die Scanfeld-Zuordnung wird von der Slicing-Software optimiert. Laser dürfen thermisch nicht zu nah beieinander arbeiten, um lokale Überhitzungen des Schmelzbads zu vermeiden.
Welche Schutzgasmenge erfordert ein 8-Laser-System?
Durch geschlossene Umlaufsysteme mit automatischer Filterrückspülung bleibt der Netto-Argonverbrauch moderat (ca. 2 - 5 l/min im Regelbetrieb), während interne Umwälzraten über 3.000 m3/h erreichen können.

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