Verfahren & Technologien W3D-TECH-27 ISO/ASTM 52900 Validiert

AFSD / MFS: Additive Reibrühr-Deposition (Solid-State Metal AM)

Additive Friction Stir Deposition (AFSD / MFS): Festphasen-3D-Druck ohne Schmelzen, porenfreie Gefüge, keine Risse bei hochfestem Aluminium (7075, 2024), Aufbauraten > 15 kg/h.

Stand: 2026-03-24 Lesezeit: 9 min Fachredaktion Additive Fertigung
Executive Summary & Technische Kernaussagen Normativer Status: Valide

Additive Friction Stir Deposition (AFSD, auch bekannt als MFS oder Reibschweiß-3D-Druck) ist ein revolutionäres Festphasen-Fertigungsverfahren (Solid-State AM). Ein rotierender Werkstoffstab wird unter hohem axialem Druck gegen das Substrat gepresst. Durch Reibungswärme plastifiziert das Metall bei Temperaturen unterhalb des Schmelzpunktes (Soliduslinie) und wird schichtweise abgeschert. Da das Metall zu keinem Zeitpunkt flüssig wird, entfallen Schmelzbaddefekte wie Heißrisse, Poren, Wasserstoffporosität und starke Eigenspannungen vollständig. Aufbauraten von über 15 kg/h eröffnen neue Dimensionen für die Luftfahrt.

  • Festphasen-Prozess: Kein Aufschmelzen verhindert Heißrissbildung bei unschweißbaren Al-Legierungen (7075, 2024).
  • Enorme Aufbauraten von 5 bis 20 kg/h für meterlange Strukturteile in Luft- und Raumfahrt.
  • Erzeugt feinstkörniges, dynamisch rekristallisiertes Gefüge mit Schmiede-Eigenschaften direkt nach dem Druck.
Verfahrensart
Solid-State (kein Schmelzen)
Aufbaurate
5 - 20 kg/h
Porosität
0.0 % (vollständig dicht)
Zielwerkstoff
Al 7075, Al 2024, Mg, Cu

Technische Kennwerte & Verfahrensvergleich

ISO/ASTM 52900
Kriterium AFSD (Reib-Auftrag) WAAM (Lichtbogen) Laser-DED
Aggregatzustand Fest / plastifiziert (kein Schmelzen) Vollständig flüssig Vollständig flüssig
Schmelzbaddefekte Physikalisch unmöglich (0 % Poren) Möglich (Wasserstoff/Bindefehler) Möglich (Keyhole/Spritzer)
Aufbaurate 5.000 - 20.000 g/h 3.000 - 8.000 g/h 500 - 2.500 g/h
Verarbeitbarkeit Al 7075 Hervorragend (keine Risse) Extrem schwierig / unschweißbar Nur mit Modifikatoren
Oberflächenrauheit Grob (Fräsnacharbeit nötig) Sehr wellig Moderat
01

Dynamische Rekristallisation im Scherbereich

Unter der Einwirkung von Schwerkräften und Reibungswärme (ca. 0.6 bis 0.8 der Schmelztemperatur) setzt im Kontaktbereich dynamische Rekristallisation ein. Grobe Gefügestrukturen des Ausgangsstabs werden in ultrafeine, äquiaxiale Körner (1 bis 5 µm Korngröße) umgewandelt. Das Gefüge ist extrem homogen, weist keine Texturanisotropie auf und übertrifft herkömmliche Gussteile bei Weitem.

02

Verarbeitung hochfester Luftfahrtlegierungen

Legierungen wie Al 7075-T6 oder Al 2024 sind im schmelzbasierten 3D-Druck (LPBF, WAAM) aufgrund breiter Erstarrungsintervalle und starker Seigerung extrem heißrissgefährdet. Da AFSD die Liquiduslinie niemals erreicht, lassen sich diese Werkstoffe rissfrei mit vollen Schmiedeeigenschaften zu Tragflächenrippen, Schottwänden oder Panzerplatten aufbauen.

03

Maschinenbau: Hohe Axialkräfte und Werkzeugdesign

AFSD-Maschinen erfordern hochsteife Portalrahmen ähnlich massiven Fräszentren, da Axialkräfte von 10 bis 40 kN auf das Bauteil wirken. Die rotierende Werkzeugspindel verfügt über spezielle Mitnehmerstifte, die den plastifizierten Werkstoff gleichmäßig unter der Werkzeugschulter verteilen.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welches Ausgangsmaterial nutzt AFSD?
Das Verfahren verwendet massive Rund- oder Vierkantstangen (typisch 10 bis 25 mm Querschnitt) aus Standard-Knetlegierungen, was Rohstoffkosten dramatisch senkt.
Müssen Bauteile nach dem Druck wärmebehandelt werden?
Für aushärtbare Aluminiumlegierungen (wie 7075) wird eine nachgelagerte T6-Wärmebehandlung (Lösungsglühen, Abschrecken, Warmauslagern) empfohlen, um Spitzenfestigkeiten von über 500 MPa Rm zu erreichen.
Können Hohlräume gedruckt werden?
Aufgrund der hohen Prozessanpresskräfte können geschlossene Hohlräume oder filigrane Überhänge nur eingeschränkt mit Fräsnacharbeit realisiert werden.

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