Verfahren & Technologien W3D-TG-23 ISO/ASTM 52900 Validiert

Aerosol Jet Printing: 3D-gedruckte Sensoren & Leiterbahnen auf Freiformflächen

Leitfaden zu Aerosol Jet Printing (AJP): Funktionsdruck von Nano-Silber- und Kupfertinten auf 3D-Metalloberflächen, Dehnungsmessstreifen und Embedded Sensors.

Stand: 2026-03-22 Lesezeit: 8 min Fachredaktion Additive Fertigung
Executive Summary & Technische Kernaussagen Normativer Status: Valide

Das Aerosol-Jet-Verfahren (Aerojet / AJP) ist ein maskenloses, berührungsloses Druckverfahren für funktionale 3D-Elektronik. Nanopartikel-Tinten (Silber, Gold, Kupfer, Kohlenstoff) werden aerodynamisch zerstäubt und über einen fokussierten Schutzgas-Mantelstrom mit Strukturauflösungen bis 10 µm direkt auf gekrümmte metallische oder keramische 3D-Oberflächen gedruckt. Dies ermöglicht smarte Bauteile mit integrierter Sensorik für Structural Health Monitoring (SHM).

  • Berührungsloser Druck mit bis zu 5 mm Düsenabstand auf komplexe 3D-Freiformflächen.
  • Auflösungen ab 10 Mikrometern Leiterbahnbreite für hochdichte Schaltungen und Antennen.
  • Ermöglicht integrierte Dehnungsmessstreifen (DMS) und Temperatursensoren direkt in AM-Bauteilen.
Min. Strukturbreite
ab 10 µm
Druckabstand Standoff
1 - 5 mm
Tintenviskosität
1 - 1.000 cP
Funktionswerkstoffe
Nano-Ag, Au, Cu, C

Technische Kennwerte & Verfahrensvergleich

ISO/ASTM 52900
Kriterium Aerosol Jet Printing (AJP) Inkjet-Druck Siebdruck
3D-Freiform-Fähigkeit Hervorragend (5-Achs-kinematisch) Eingeschränkt (flach / 2.5D) Nur planar (2D)
Düsenabstand zum Bauteil 1 bis 5 mm (großes Prozessfenster) < 1 mm (Kollisionsgefahr) Berührend (Kontakt)
Linienbreite 10 bis 100 µm 40 bis 150 µm > 100 µm
Partikelgrößen Bis zu 500 nm Nanopartikel < 50 nm (Verstopfungsgefahr) Mikrometerbereich
01

Aerodynamische Strahlfokussierung ohne Verstopfungsrisiko

Im Zerstäuber wird die Flüssigtinte per Ultraschall oder Pneumatik in Tröpfchen von 1 bis 5 Mikrometern zerlegt. Der Aerosolstrom wird in die Düse geleitet, wo ihn ein ringförmiger Stickstoff-Mantelgasstrom umhüllt. Der Mantelstrom fokussiert das Aerosol auf einen winzigen Punktstrahl, ohne dass die Tinte die Düsenwand berührt – Düsenverstopfungen (Nozzle Clogging) sind physikalisch ausgeschlossen.

02

Smarte Bauteile: Sensordruck auf Turbinenschaufeln

Auf einer additiv gefertigten Turbinenschaufel oder einem Strukturknoten wird zunächst eine dielektrische Isolationsschicht (z.B. Keramik oder Polyimid) gedruckt. Direkt darauf trägt das Aerosol-Jet-System feine Mäanderbahnen aus Platin oder Silber auf, die als Dehnungs- oder Temperatursensoren fungieren. Das Bauteil überwacht seine eigene mechanische Spannung im Betrieb in Echtzeit.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie werden die gedruckten Tinten elektrisch leitfähig?
Nach dem Drucken müssen die Partikel thermisch gesintert werden (typisch 150 bis 250 °C im Ofen oder lokal per In-situ-Laser), um die organischen Lösungsmittel auszutreiben und metallischen Kontakt herzustellen.

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