Werkstoffe & Legierungen W3D-TG-20 ISO/ASTM 52900 Validiert

Hastelloy X in der additiven Fertigung für Hochtemperatur-Brennkammern

Additive Fertigung von Hastelloy X (2.4665): Hochtemperatur-Oxidationsbeständigkeit bis 1.200 °C, Vermeidung von Erstarrungsrissen und DfAM-Kühlstrukturen.

Stand: 2026-03-22 Lesezeit: 8 min Fachredaktion Additive Fertigung
Executive Summary & Technische Kernaussagen Normativer Status: Valide

Hastelloy X (Werkstoffnummer 2.4665 / UNS N06002) ist eine feste Nickel-Chrom-Eisen-Molybdän-Superlegierung mit außergewöhnlicher Oxidations-, Kriech- und Formbeständigkeit bei extremen Temperaturen bis 1.200 °C. Sie ist der Werkstoff der Wahl für Flammrohre, Brennkammern, Nachbrenner und Gasturbinendüsen. Im Laser-3D-Druck neigt Hastelloy X zu Erstarrungsrissen, die durch chemische Pulvermodifikation (geringer Si/Mn-Gehalt) beherrscht werden.

  • Herausragende Oxidations- und Zunderbeständigkeit in aggressiven Heißgasatmosphären bis 1.200 °C.
  • Mischkristallverfestigt – benötigt im Gegensatz zu Inconel 718 keine langwierige Ausscheidungshärtung.
  • Strikte Pulverspezifikation (Si < 0,10%) verhindert Korngrenzenaufschmelzen und Risse beim Laserdruck.
Max. Einsatztemperatur
1.200 °C
Streckgrenze (800 °C)
> 250 MPa
Dichte Legierung
8,22 g/cm³
Schmelzbereich
1.260 - 1.355 °C

Technische Kennwerte & Verfahrensvergleich

ISO/ASTM 52900
Parameter Hastelloy X (2.4665) Inconel 718 (2.4668) Inconel 625 (2.4856)
Härtungsmechanismus Mischkristallhärtung (Mo, Cr, W) Ausscheidungshärtung (Gamma'') Mischkristallhärtung (Mo, Nb)
Dauereinsatzgrenze Bis 1.200 °C (Oxidation) Bis 650 °C (Festigkeit) Bis 980 °C
Warmrissneigung Mittel (sensibel auf Si/C) Gering Gering
Typische Bauteile Brennkammerdome, Flammhalter Turbinenscheiben, Gehäuse Auspuffkrümmer, Seewasserrohre
01

Warum Hastelloy X bei 1.200 °C nicht verzundert

Hastelloy X bildet bei Temperaturen über 900 °C eine extrem stabile, zähe Chromoxid-Deckschicht (Cr2O3) in Kombination mit Spinellen, die das Grundmaterial vor weiterer Heißgaskorrosion schützt. Gleichzeitig verhindert der Molybdängehalt (8-10%) Kriechverformungen unter ständiger Gasdruckbelastung in Raketenbrennkammern.

02

Kontrolle der Spurenelemente im AM-Pulver

Frühe Versuche, Standard-Gusschargen von Hastelloy X zu verdüsen und per LPBF zu drucken, führten zu Mikrorissen. Die Ursache lag in Spurenelementen wie Silizium, Bor und Kohlenstoff, die niedrigschmelzende Eutektika an Korngrenzen bilden. Moderne AM-optimierte Pulver begrenzen Silizium auf unter 0,08 % und Mangan auf unter 0,10 %, wodurch völlig rissfreie Gefüge mit Dichten über 99,9 % entstehen.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Wärmebehandlung ist für Hastelloy X nach dem Druck nötig?
Da keine Ausscheidungshärtung erfolgt, reicht ein einfaches Lösungsglühen bei 1.175 °C für 1 bis 2 Stunden mit anschließender schneller Abkühlung, um Eigenspannungen abzubauen und maximale Duktilität einzustellen.

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