Qualität & Post-Processing W3D-TG-24 ISO/ASTM 52900 Validiert

Industrielle Computertomographie (CT) & ZfP für additive Sicherheitsbauteile

Leitfaden zur zerstörungsfreien Prüfung (ZfP) in der additiven Fertigung: Mikro-CT-Scan, Porenanalyse, Wanddickenmessung und Soll-Ist-Vergleich nach ASTM E3166.

Stand: 2026-03-22 Lesezeit: 8 min Fachredaktion Additive Fertigung
Executive Summary & Technische Kernaussagen Normativer Status: Valide

In der additiven Metallfertigung können herkömmliche ZfP-Methoden wie Ultraschall oder Wirbelstromprüfung an komplexen Freiformflächen und innenliegenden Hohlräumen versagen. Die industrielle Computertomographie (Mikro-CT / Industrielle Röntgen-CT) ist das einzige Verfahren, das Bauteile vollständig durchstrahlt, dreidimensional rekonstruiert und Mikroporen ab 10 µm, Bindefehler, Pulverreste und geometrische Soll-Ist-Abweichungen zerstörungsfrei nachweist.

  • Einzige ZfP-Methode zur lückenlosen 3D-Volumenerfassung von internen Kanälen und Kavitäten.
  • Quantitative Porenanalyse nach DIN EN ISO 5579 und ASTM E3166 für Luftfahrt und Medizintechnik.
  • Erkennt unverfestigtes Restpulver in tiefen Hohlräumen vor dem Serieneinsatz.
Auflösung Voxelgröße
ab 5 µm
Porenerkennung
ab 10 - 20 µm
Prüfzeit pro Scan
15 - 90 Min.
ZfP-Standard
ASTM E3166 / Nadcap

Technische Kennwerte & Verfahrensvergleich

ISO/ASTM 52900
ZfP-Verfahren Industrie-CT (Röntgen) Ultraschallprüfung (UT) Fluoreszierende Eindringprüfung (FPI)
Interne Poren & Fehler Ja, vollständiges 3D-Volumen Eingeschränkt (Zugänglichkeit nötig) Nein (nur oberflächenoffene Fehler)
Wanddickenmessung innen Ja, farbcodierte Wanddickenkarte Nur punktuell an ebenen Flächen Nein
Eignung für Gitterstrukturen Exzellent Unmöglich (Schallstreuung) Unmöglich
Prüfaufwand / Kosten Höher (Investition / Lohnscan) Moderat Gering
01

Messprinzip: Von der 2D-Projektion zum 3D-Voxelmodell

Das Bauteil rotiert auf einem Drehtisch zwischen einer Mikrofokus-Röntgenröhre und einem digitalen Flachbilddetektor. Mehrere Tausend 2D-Röntgenbilder werden aus allen Winkeln aufgenommen. Leistungsfähige Rekonstruktions-Algorithmen (Feldkamp-Davis-Kress) berechnen daraus einen dreidimensionalen Datensatz aus Voxeln (dreidimensionale Pixel). Dichteunterschiede (Pore vs. Metall) werden über Grauwerte mikrometergenau visualisiert.

02

Quantitative Porenklassifizierung nach ASTM E3166

CT-Software unterscheidet sphärische Gasporen (hervorgerufen durch Schutzgaseinschlüsse im Pulver, rund und unkritisch) von scharfkantigen Bindefehlern (Lack of Fusion, unzureichende Laserüberlappung, extrem ermüdungskritisch). Für Luftfahrtzertifizierungen (Nadcap) wird das Gesamtporenvolumen in Prozent sowie der maximale Porendurchmesser exakt auditiert.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Bis zu welcher Bauteilgröße können Metalle per CT durchstrahlt werden?
Das hängt von der Ordnungszahl des Metalls und der Röntgenröhrenspannung ab: Mit 450-kV-Anlagen lassen sich Aluminiumbauteile bis 400 mm, Stähle und Titan bis ca. 150–200 mm und dichte Superlegierungen bis 80–100 mm durchstrahlen. Größere Bauteile erfordern Hochenergie-Linearbeschleuniger (Linac).

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