Werkstoffe & Legierungen W3D-MAT-12 ISO/ASTM 52900 Validiert

Inconel 625 (2.4856) im Metall-3D-Druck: Chemie & Seewasser

Ingenieur-Guide zu Inconel 625 (Alloy 625 / 2.4856) im 3D-Druck: Exzellente Schweißbarkeit, Lochfraßbeständigkeit (PREN > 50), Hochtemperaturfestigkeit bis 980 °C.

Stand: 2026-03-24 Lesezeit: 9 min Fachredaktion Additive Fertigung
Executive Summary & Technische Kernaussagen Normativer Status: Valide

Inconel 625 (Werkstoffnummer 2.4856 / UNS N06625) ist eine feste lösungshärtende Nickel-Chrom-Molybdän-Niob-Superlegierung. Im Vergleich zum aushärtbaren Inconel 718 zeichnet sich Alloy 625 durch herausragende Schweißbarkeit und absolute Rissunempfindlichkeit im LPBF- und DED-Druckprozess aus. Dank des hohen Molybdän- (9 %) und Niobgehalts (3.6 %) bietet der Werkstoff extremen Widerstand gegen Loch- und Spaltkorrosion in chloridhaltigen Medien (PREN > 50) sowie hervorragende Kriech- und Zeitstandfestigkeit bis 980 °C.

  • Feste Lösungshärtung: Keine langwierigen Aushärtungszyklen erforderlich; direkt nach Spannungsarmglühen einsatzbereit.
  • Herausragende Beständigkeit gegen Lochfraß, Spaltkorrosion und Chlorid-Spannungsrisskorrosion in Seewasser.
  • Breites Prozessfenster im LPBF und DED ohne Vorheizung der Bauplatte rissfrei verarbeitbar.
  • Einsatzbereit von kryogenen Temperaturen (-196 °C) bis zu Heißgaszonen bei 980 °C.
Zugfestigkeit (Rm)
850 - 1.050 MPa
Streckgrenze (Rp0.2)
550 - 750 MPa
Bruchdehnung (A5)
30 - 45 %
PREN-Wert
> 50 (Extrem korrosionsfest)

Technische Kennwerte & Verfahrensvergleich

ISO/ASTM 52900
Zustand / Eigenschaft As-Built (LPBF) Lösungsgeglüht (1.050 °C) Gusslegierung (konventionell)
Zugfestigkeit (Rm) 950 - 1.020 MPa 880 - 940 MPa 760 - 820 MPa
Streckgrenze (Rp0.2) 680 - 740 MPa 460 - 520 MPa 380 - 430 MPa
Bruchdehnung (A) 32 - 38 % 42 - 50 % 25 - 30 %
Härte 28 - 34 HRC 20 - 24 HRC 18 - 22 HRC
Gefüge Feindendritisch, Laves-Phasen fein Homogen rekristallisiert Grobkörniges Gussgefüge
01

Verfestigungsmechanismus: Mischkristall vs. Laves-Phasen

Die Matrixverfestigung von Inconel 625 beruht auf den großen Niob- und Molybdänatomen im Nickelgitter. Bei der schnellen Erstarrung im LPBF seigern Niob und Molybdän jedoch in die interdendritischen Zwischenräume und bilden spröde Laves-Phasen. Ein Lösungsglühen bei 1.050 °C bis 1.150 °C löst diese Phasen vollständig auf und diffundiert Niob homogen zurück in die Matrix, was die Duktilität auf über 45 % steigert.

02

Einsatz in Offshore-, Marine- und Chemieanlagen

In der Sauergasförderung (Öl & Gas), Entsalzungsanlagen und maritimen Abgasanlagen müssen Armaturen sauren Gasen (H2S), hochkonzentrierten Chloriden und aggressiven Säuren widerstehen. Additiv gefertigte Inconel-625-Ventilkörper, Rohrdurchführungen und Pumpenlaufräder erfüllen die strengen NACE MR0175 / ISO 15156 Normen für Sauergasanwendungen.

03

Verarbeitung im Laser-DED und W-LMD Beschichtungsverfahren

Aufgrund seiner exzellenten Schweißbarkeit ist Inconel 625 der Standardwerkstoff für korrosionsbeständige Cladding-Schichten (Weld Overlays) auf kostengünstigen Stahl-Grundkörpern. Ob auf Ventilspindeln oder Steigrohren: Schichtdicken von 1.5 bis 3 mm bieten vollen Korrosionsschutz bei minimaler Vermischung mit dem Trägermaterial.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Worin liegt der Unterschied zwischen Inconel 625 und Inconel 718?
Inconel 718 ist aushärtbar (Gamma-Doppelstrich-Phasen) und erreicht deutlich höhere Streckgrenzen (über 1.100 MPa bis 650 °C). Inconel 625 ist lösungshärtend, leichter schweißbar und besitzt eine überlegene Korrosionsbeständigkeit in Säuren und Seewasser.
Muss Inconel 625 gehippt (HIP) werden?
Für statische Seewasser- oder Chemiearmaturen reicht Lösungsglühen aus. Für dynamisch beanspruchte Turbinen- oder Raumfahrtkomponenten wird eine HIP-Behandlung empfohlen, um Schwingfestigkeiten zu maximieren.
Welches Schutzgas wird beim 3D-Druck von Inconel 625 verwendet?
Hochreines Argon 5.0 (99.999 %) mit Rest-Sauerstoffwerten unter 100 ppm, um die Bildung von Molybdän- und Chromoxiden zu verhindern.

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