Verfahren & Technologien W3D-TECH-30 ISO/ASTM 52900 Validiert

Fülldraht-WAAM (FCAW-AM): Panzerstähle & Hartstoffschichten

Fülldraht-WAAM für hochfeste Panzerstähle und Hartauftrag: Schlackeschutz, in-situ Legierungsbildung im Pulverkern, Aufbauraten bis 7 kg/h, Härten bis 62 HRC.

Stand: 2026-03-24 Lesezeit: 8 min Fachredaktion Additive Fertigung
Executive Summary & Technische Kernaussagen Normativer Status: Valide

Fülldraht-WAAM (Flux-Cored Arc Additive Manufacturing / FCAW-AM) nutzt rohrförmige Metalldrähte, deren Kern mit pulverförmigen Legierungselementen, Desoxidationsmitteln und Schlackebildnern gefüllt ist. Dies ermöglicht die additive Fertigung hochspezifischer Werkstoffe (z. B. martensitische Panzerstähle, hochchromhaltige Hartlegierungen), die sich nicht zu massiven Schweißdrähten ziehen lassen. Die entstehende Schutzschlacke stützt das Schmelzbad, formt eine gleichmäßige Nahtoberfläche und verhindert Gasaufnahme.

  • Ermöglicht additive Legierungen, die als Massivdraht technisch nicht ziehbar oder zu spröde wären.
  • Schlackebildung stützt breite Schweißlagen und verhindert Oxidation bei reduzierten Schutzgasmengen.
  • Erreicht Härtewerte von über 60 HRC direkt nach der Erstarrung für Baggerzähne und Brecherwerkzeuge.
Aufbaurate
3.5 - 7.0 kg/h
Erreichbare Härte
50 - 64 HRC
Schlackentfernung
Automatisiert (Bürste/Nadel)
Schichtdicke
2.5 - 6.0 mm

Technische Kennwerte & Verfahrensvergleich

ISO/ASTM 52900
Parameter Fülldraht-WAAM (FCAW-AM) Massivdraht-WAAM (GMAW) Laser-DED Pulver
Drahtaufbau Metallhülle mit Pulverkern Homogener Massivdraht Reines Pulver
Legierungsflexibilität Sehr hoch (kundenspezifische Füllung) Eingeschränkt auf Ziehlegierungen Extrem hoch
Schlackebildung Dünne Schlackeschicht pro Lage Schlackefrei (nur Silikate) Schlackefrei
Schlackenreinigung Vor nächster Lage erforderlich Keine Zwischenreinigung Keine Zwischenreinigung
Schmelzbadstützung Ausgezeichnet durch Schlacke Geringer Nicht vorhanden
01

Metallurgie des Fülldrahtkerns

Die Stahlhülle sorgt für den elektrischen Stromübergang im Brenner, während der Kern Karbide (Chromkarbid, Vanadinkarbid), Ferromangan und Flussmittel liefert. Im Lichtbogen schmilzt der Mantel ab und mischt sich homogen mit den Kernpulvern. Sauerstoffaffines Titan oder Silizium im Kern desoxidiert das Schmelzbad und scheidet Verunreinigungen in die Schlacke ab.

02

Automatisierte Zwischenlagen-Schlackenentfernung

Damit keine Schlackeeinschlüsse zwischen den Schichten entstehen, muss jede erstarrte Lage gereinigt werden. In automatisierten WAAM-Zellen wechselt der Roboterkopf ein Bürstwerkzeug ein oder nutzt pneumatische Nadelentroster, die die selbstlösende Schlacke in wenigen Sekunden rückstandsfrei entfernen.

03

Verschleißschutz im Bergbau und Erdbau

Typische Bauteile sind Zähne von Bergbaubaggern, Schneckenförderer für Abraumgestein und Zementbrecherbacken. Mit Fülldraht-WAAM können abgenutzte Geometrien mit hochverschleißfesten Eisen-Chrom-Kohlenstoff-Legierungen wieder auf Originalmaß aufgetragen werden.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Gibt es auch metallpulvergefüllte Drähte ohne Schlacke?
Ja, sogenannte Metallpulver-Fülldrähte (Metal-Cored Wires). Sie enthalten fast reine Metallpulver und hinterlassen keine Schlackeschicht, wodurch die Zwischenreinigung entfällt.
Welche Schutzgase kommen zum Einsatz?
Gasgeschützte Fülldrähte nutzen Argon-CO2-Gemische (z. B. M21 nach ISO 14175). Es gibt auch selbstschützende Fülldrähte, die ohne externes Schutzgas auskommen.
Wie dick sind die Einzellagen beim Fülldraht-Druck?
Lagenhöhen betragen typischerweise 2.5 bis 5 mm bei Breiten von 8 bis 18 mm.

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