Quality & Post-Processing W3D-QMS-14 ISO/ASTM 52900 Validiert

Mechanical Testing: Tensile and Charpy Impact per DIN EN ISO 6892

Mechanical property qualification in metal AM: tensile testing (ISO 6892-1), orientation anisotropy (XY vs. Z), and Charpy V-notch impact toughness (ISO 148-1).

Stand: 2026-03-24 Lesezeit: 10 min Fachredaktion Additive Fertigung
Executive Summary & Key Engineering Takeaways Normative Status: Validated

Mechanical qualification in AM demands rigorous testing according to ISO 6892-1 and Charpy ISO 148-1. Orientation anisotropy requires testing coupons built along XY, 45-degree, and vertical Z axes.

  • Zugprüfung erfasst Richtungsanisotropie: Vertikale Z-Proben weisen oft geringere Dehnung auf als horizontale XY-Proben.
  • Streckgrenze (Rp0.2) und Zugfestigkeit (Rm) müssen die Mindestanforderungen der ASTM-Werkstoffspezifikationen erfüllen.
  • Kerbschlagarbeit (Charpy-V) reagiert extrem sensibel auf Mikroporositäten und mangelnde Schichtanbindung.
  • Zwingender Bestandteil jeder Baujob-Freigabe über mitgedruckte Zeugenproben (Witness Coupons).
Zugversuch-Norm
DIN EN ISO 6892-1 / ASTM E8
Kerbschlag-Norm
DIN EN ISO 148-1 / ASTM E23
Orientierungen
XY (0°), 45°, Z (90°)
Prüfkennwerte
Rp0.2, Rm, A5, Z, KV

Technical Specifications & Comparison Matrix

ISO/ASTM 52900
Kennwert Horizontale Probe (XY) Vertikale Probe (Z) Diagonale Probe (45°)
Schichtorientierung Zugbelastung parallel zur Schicht Zugbelastung senkrecht zur Schicht Scherbeanspruchung der Schichten
Zugfestigkeit Rm Höchster Wert (100 % Referenz) 92 - 98 % der XY-Festigkeit 95 - 98 % der XY-Festigkeit
Streckgrenze Rp0.2 Sehr hoch Sehr hoch (identisch) Sehr hoch
Bruchdehnung A5 Maximal (z. B. 15 %) Geringer (z. B. 9 - 12 %) Moderat (z. B. 11 - 13 %)
Kerbschlagarbeit Charpy Höchste Zähigkeit Reduzierte Zähigkeit (Delaminationsgefahr) Mittel
01

Crystallographic Anisotropy and Columnar Grain Growth

Beim Schichtbau leitet die kältere darunterliegende Schicht die Wärme nach unten ab. Körner wachsen bevorzugt entgegen dem Wärmestrom entlang der Z-Achse (epitaktisches Wachstum). In Z-Richtung wirken Zugkräfte direkt senkrecht auf die Schichtgrenzen. Verbleiben mikroskopische Bindefehler zwischen zwei Lagen, wirkt dieser Schichtübergang als Rissstarter: Z-Proben brechen bei geringerer Dehnung als XY-Proben. Durch eine nachgeschaltete Rekristallisationsglühung oder HIP kann diese Anisotropie auf unter 5 % minimiert werden.

02

Witness Coupon Placement and Testing Strategy

Da Serienbauteile nicht zerstört werden dürfen, werden auf jeder Bauplatte standardisierte Prüfzylinder (meist Durchmesser 12 bis 15 mm, Höhe 80 bis 100 mm) an den Randpositionen mitgedruckt. Diese Zeugenproben durchlaufen exakt dieselbe Wärmebehandlung und HIP-Prozesskette wie die Bauteile. Anschließend werden sie nach DIN 50125 zu Zugproben abgedreht und zerrissen: Erst bei Bestehen aller Kennwerte erfolgt die Kundenfreigabe.

03

Sub-Zero Charpy Impact Testing for Marine and Cryo

Für Bauteile in arktischen Offshore-Regionen (-40 °C) oder Wasserstoff-Kryoanlagen (-196 °C flüssiger Stickstoff) verlangen Normen (wie NORSOK oder ASME B31.3) den Nachweis minimaler Schlagenergien (meist > 45 J bei -40 °C). Ein Pendelschlagwerk zertrümmert gekerbte Proben innerhalb von 5 Sekunden nach der Entnahme aus dem Kühlbad.

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Frequently Asked Questions (FAQ)

Dürfen Zugproben direkt auf Endmaß gedruckt werden?
Nein. Wegen der rauen Randschicht und möglicher Randkonturfehler müssen Prüfzylinder mit Aufmaß gedruckt und anschließend spanend auf genormte Zugstababmessungen (z. B. Form B nach DIN 50125) überdreht werden.
Was bedeutet Einschnürung (Z) beim Zugversuch?
Die Brucheinschnürung Z (in Prozent) beschreibt die relative Querschnittsverengung an der Bruchstelle. Sie ist neben der Bruchdehnung der wichtigste Indikator für die Duktilität und Risszähigkeit des Werkstoffs.
Wie unterscheidet sich die Prüfung von 3D-Druckteilen zu Schmiedeteilen?
Schmiedeteile weisen ein gerichtetes Fasergefüge auf; additive Teile besitzen Schichtgrenzen und epitaktische Texturen. Die Prüfpläne erfordern daher zwingend Prüfungen in allen drei Raumachsen.

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