Verfahren & Technologien W3D-TECH-15 ISO/ASTM 52900 Validiert

Pulverbasiertes Laser-DED: Düsenkonzepte & Pulvernutzungsgrad

Leitfaden zu pulvergeführtem Laserauftragschweißen (LMD/DED): Koaxialdüsen, kontinuierliche Ringdüsen, Pulvereffizienz, Schutzgasführung und Legierungsmischung in-situ.

Stand: 2026-03-24 Lesezeit: 9 min Fachredaktion Additive Fertigung
Executive Summary & Technische Kernaussagen Normativer Status: Valide

Das pulverbasiertes Laser-DED (auch bekannt als LMD, Laser Cladding oder Laser Metal Deposition) nutzt einen koaxial zum Laserstrahl geführten Pulverstrom. Ein Trägergas (Argon oder Helium) befördert metallische Pulverpartikel direkt in den Brennpunkt des Laserstrahls. Der herausragende Vorteil des Pulververfahrens gegenüber Draht ist die Möglichkeit, mehrere Pulverströme live zu mischen, um gradiertes Material (Functionally Graded Materials, FGM) oder Hartstoffpartikel (z. B. Wolframkarbid in Nickelmatrix) abzuscheiden.

  • Erlaubt das in-situ Legieren und Erzeugen von Funktionsgradienten durch variable Pulverförderer.
  • Koaxiale 4-Strahl- und Ringspaltdüsen erreichen Pulvereinfanggrade (Catchment Efficiency) von 70 bis 90 %.
  • Ideal zum Einbetten von Hartstoffen (z. B. 60 % WC in Ni-Matrix) für extremen Abrasionsschutz.
Pulverausnutzung
70 - 90 %
Kornfraktion
45 - 150 µm
Aufbaurate
0.3 - 3.5 kg/h
Hartstoffanteil
bis 65 Vol.-%

Technische Kennwerte & Verfahrensvergleich

ISO/ASTM 52900
Düsentechnologie Koaxiale 3/4-Strahldüse Koaxiale Ringspaltdüse Seitliche Einzeldüse
Richtungsunabhängigkeit Vollständig (360°) Vollständig (360°) Nur in Vorschubrichtung
Pulvereinfanggrad 65 - 80 % 75 - 90 % 50 - 65 %
Fokusabstand (Standoff) 8 - 15 mm 10 - 20 mm 12 - 25 mm
Empfindlichkeit Spritzer Gering Sehr gering (Schutzgasmantel) Mittel
01

Koaxiale Ringspalt- vs. diskrete Mehrstrahldüsen

Bei diskreten 3- oder 4-Lochdüsen kreuzen sich mehrere Pulverstrahlen im Laserfokus. Ringspaltdüsen erzeugen einen geschlossenen Hohlkegel aus Pulver, der den Laserstrahl umhüllt. Dies führt zu einer gleichmäßigeren Dichte der Pulverwolke, einem höheren Einfanggrad und einer unübertroffenen Oberflächengüte der Raupen.

02

In-situ Legierungsbildung und Funktionsgradienten (FGM)

Über zwei oder mehr computergesteuerte Pulverdosierer können unterschiedliche Metalle synchron gefördert werden. So lässt sich beispielsweise von 100 % Edelstahl an der Bauteilbasis stufenlos auf 100 % Inconel an der Heißgasseite überblenden, ohne dass spröde intermetallische Phasen an scharfen Phasengrenzen entstehen.

03

Hartstoffpanzerung gegen Abrasion und Kavitation

Im Bergbau, Erdbohrwerkzeugen und Zementwerken werden Bauteile mit Nickel- oder Kobaltlegierungen beschichtet, in die sphärische Wolframkarbide (Fused Tungsten Carbides, FTC) eingebettet sind. Die Pulverdüsenführung verhindert das thermische Zersetzen der Karbide im Laserstrahl, wodurch Härten von über 65 HRC erreicht werden.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was passiert mit dem nicht aufgeschmolzenen Pulver (Overspray)?
Das nicht eingefangene Pulver wird in einer Auffangwanne oder über Absauganlagen gesammelt. Nach Aufbereitung (Sieben, Entstauben) kann es je nach Spezifikation wiederverwendet werden.
Welches Pulver wird für DED verwendet?
DED verwendet gröbere Pulver (45 bis 150 µm) als LPBF (15 bis 53 µm). Dieses Pulver ist günstiger und besitzt eine exzellente Rieselfähigkeit im Trägergasstrom.
Welches Trägergas wird eingesetzt?
Standard ist hochreines Argon (99.999 %). Bei hochreaktiven Werkstoffen oder Sonderanwendungen kommt Helium zum Einsatz, um die Strömungsgeschwindigkeit zu erhöhen.

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