Verfahren & Technologien W3D-TECH-26 ISO/ASTM 52900 Validiert

PTA-Verfahren: Plasma-Pulver-Auftragschweißen im Verschleißschutz

Plasma-Pulver-Auftragschweißen (PTA): Einschnürung durch Plasmadüse, bis zu 10 kg/h Aufbaurate, geringe Aufmischung (< 5 %), Verschleißpanzerung mit Stellite und Wolframkarbiden.

Stand: 2026-03-24 Lesezeit: 8 min Fachredaktion Additive Fertigung
Executive Summary & Technische Kernaussagen Normativer Status: Valide

Das Plasma-Pulver-Auftragschweißen (Plasma Transferred Arc, PTA) ist ein thermisches Beschichtungsverfahren mit extrem hoher Leistungsdichte. Ein durch eine wassergekühlte Kupferdüse stark eingeschnürter Plasmabogen schmilzt die Substratoberfläche lokal auf, während metallische Pulver koaxial zugeführt werden. Durch die hohe Temperatur des Plasmastrahls (bis zu 20.000 K) schmelzen selbst Refraktärmetalle und hochlegierte Hartstoffe prozesssicher auf. Gegenüber konventionellem Lichtbogenschweißen reduziert PTA die Aufmischung mit dem Grundwerkstoff auf unter 5 %.

  • Einschnürung des Lichtbogens sichert Aufmischungsgrade von unter 5 % bei erstklassiger metallurgischer Anbindung.
  • Verarbeitet kostengünstige, grobe Metallpulver (50 - 180 µm) aus Stellite, Colmonoy und Wolframkarbid.
  • Erreicht Schichtdicken von 1.5 bis 5 mm in einem einzigen Arbeitsgang bei Aufbauraten bis 8 kg/h.
Plasmatemperatur
15.000 - 20.000 K
Aufmischungsgrad
< 5 - 8 %
Schichtdicke
1.5 - 5.0 mm
Härtebereiche
bis > 65 HRC

Technische Kennwerte & Verfahrensvergleich

ISO/ASTM 52900
Kriterium PTA (Plasma-Pulver) Laser-DED (Pulver) WIG-Auftragschweißen
Wärmequelle Eingeschnürter Plasmabogen Fokussierter Laserstrahl Freier WIG-Lichtbogen
Aufmischung Gering (5 - 8 %) Sehr gering (3 - 6 %) Hoch (15 - 25 %)
Aufbaurate 3 - 8 kg/h 0.5 - 2.5 kg/h 1 - 2 kg/h
Investitionskosten 80.000 - 180.000 € 300.000 - 800.000 € 25.000 - 60.000 €
Hartstoff-Einbettung Sehr gut (WC/Co unzersetzt) Exzellent Mittelmäßig (Überhitzungsgefahr)
01

Brennerarchitektur und Gaskomponenten

Ein PTA-Brenner arbeitet mit drei getrennten Gasströmen: Das Plasmagas (hochgradig ionisiertes Argon) speist den Plasmastrahl; das Fördergas transportiert das Pulver in das Schmelzbad; das Schutzgas (Argon-Wasserstoff-Gemisch) schirmt das flüssige Schweißgut gegen Luftsauerstoff ab. Diese Trennung erlaubt die unabhängige Steuerung von Energie und Massenstrom.

02

Verarbeitung von Kobaltbasis-Legierungen (Stellite)

Stellite-Legierungen (z. B. Stellite 6, Stellite 12) bieten außergewöhnliche Warmhärte, Korrosions- und Kavitationsbeständigkeit. Mit PTA aufgetragene Stellite-Schichten auf Ventilsitzen von Großdieselmotoren oder Kraftwerksarmaturen zeigen ein feindendritisches Erstarrungsgefüge mit minimalem Eiseneintrag aus dem Grundkörper.

03

Automatisierung und Standzeitverlängerung

In Verbindung mit Drehvorrichtungen und 2-Achs-Manipulatoren wird PTA vollautomatisiert für Extruderschnecken, Bohrgestänge der Ölindustrie und Mahlwalzen eingesetzt. Die Standzeiten von Komponenten steigen um den Faktor 3 bis 8 gegenüber ungepanzerten Teilen.

AM Decision Engine: Verfahrens-Matching

Ermitteln Sie in 5 Schritten das technisch und wirtschaftlich passende Metall-3D-Druckverfahren für Ihre Bauteildimensionen, Werkstoffe und Losgrößen.

Technologie-Finder starten

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Worin unterscheidet sich PTA vom Laserauftragschweißen?
PTA nutzt einen elektrischen Lichtbogen und ist bei den Betriebskosten deutlich günstiger als Laser-DED. Laser-DED erreicht jedoch feinere Schichtdicken und noch geringeren thermischen Verzug.
Können Risse beim Abkühlen vermieden werden?
Hochkarbidhaltige Schichten müssen auf 300 bis 500 °C vorgewärmt und nach dem Schweißen kontrolliert in Wärmekammern abgekühlt werden, um Schrumpfrisse zu verhindern.
Welche Pulverpartikelgröße ist erforderlich?
PTA verarbeitet Standardpulver von 53 bis 150 µm Korngröße, was wirtschaftlicher ist als feines LPBF-Pulver.

Passende additive Fertigungstechnologie oder Anlage finden

Welding3D verbindet technologisches Fachwissen mit industriellen Maschinenlösungen. Nutzen Sie unseren Technologie-Finder zur strukturierten Verfahrensauswahl oder fordern Sie eine gezielte Maschinenvermittlung für dieses Verfahren an.

AM Copilot KI-System

Online und bereit
Transparenzhinweis (EU AI Act): Sie interagieren mit einer generativen Künstlichen Intelligenz. Ergebnisse können ungenau sein. Bitte prüfen Sie alle technischen Parameter vor der Fertigung kritisch. Keine Eingabe sensibler Daten.
Weitere Details im Datenschutz.
Guten Tag! Ich bin der AM Copilot von Welding3D.de. Gerne unterstütze ich Sie bei der Technologieorientierung (PBF, DED, WAAM, Binder Jetting), bei Werkstoff- und Prozessfragen sowie bei der Auswahl passender Metall-3D-Drucksysteme.