Anwendungen & Wirtschaftlichkeit W3D-TG-12 ISO/ASTM 52900 Validiert

Maritime Großbauteile & Schiffbau mit WAAM: Schiffspropeller & Kranhaken

DNV- und Lloyd's-zertifizierte additive Fertigung im maritimen Sektor: WAAM für Schiffspropeller, Ruderschäfte und Offshore-Schwerlastkräne.

Stand: 2026-03-20 Lesezeit: 8 min Fachredaktion Additive Fertigung
Executive Summary & Technische Kernaussagen Normativer Status: Valide

In der maritimen Industrie und im Offshore-Sektor wiegen Strukturbauteile oft mehrere Tonnen. Lange Lieferzeiten von bis zu 12 Monaten für massive Guss- oder Schmiederohlinge führen bei Schiffshavarien zu enormen Liegeplatzkosten. Wire Arc Additive Manufacturing (WAAM) hat sich dank Aufbauraten bis 10 kg/h und robotergestützten Freiformräumen als Schlüsseltechnologie etabliert, um Schiffspropeller, Ruderlager und Kranhaken in Tagen statt Monaten vor Ort zu fertigen.

  • Reduziert Beschaffungszeiten für Schiffspropeller und Ruderstifte von 6–12 Monaten auf wenige Werktage.
  • Zertifiziert nach DNV-ST-B203 und Lloyd’s Register für maritime Großstrukturen aus Nickel-Aluminium-Bronze und Duplex.
  • Bis zu 10 kg/h Aufbaurate bei Schweißdrahtkosten ermöglichen wirtschaftliche tonnenschwere Bauteile.
Lieferzeitersparnis
Tage statt Monate
Aufbaurate Roboter
bis 10 kg/h
Schiffbaunorm
DNV-ST-B203
Zielwerkstoffe
NAB, Duplex 2205

Technische Kennwerte & Verfahrensvergleich

ISO/ASTM 52900
Kriterium Konventioneller Guss / Schmiede WAAM-Fertigung (Roboterzelle)
Lieferzeit / Durchlaufzeit 6 bis 12 Monate für Rohling 3 bis 10 Tage für Druck + CNC
Modellbau- / Formenkosten Zehntausende Euro für Einwegformen 0 Euro (direkt aus CAD-Daten)
Bauteilgewichtsbereich 50 kg bis 50 Tonnen 20 kg bis 5.000 kg
Typische Legierungen Nickel-Aluminium-Bronze (NAB), Duplex, Stahl NAB (CuAl9Ni5Fe4), Duplex 2205, 316L, S355
Mechanische Festigkeiten Gussgefüge mit Porositätsrisiko Schmiedeähnliche Festigkeiten nach Wärmebehandlung
Klassifikationsgesellschaften DNV, Lloyd's Register, ABS, Bureau Veritas DNV-ST-B203 (spezifischer AM-Standard für WAAM)
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Warum WAAM den maritimen Ersatzteilmarkt revolutioniert

Wenn ein Frachtschiff im Trockendock auf einen neuen Ruderstift oder eine defekte Propellerflosse wartet, kostet jeder Tag Ausfallzeit bis zu 50.000 EUR Charterrate. Gießereien fertigen Einzelstücke nur mit monatelangem Vorlauf und extremen Formbaukosten. Mit einer WAAM-Roboterzelle auf einer Linearachse wird ein 300-kg-Rohling aus Nickel-Aluminium-Bronze (NAB) innerhalb von 48 Stunden kontinuierlich aufgeschweißt und anschließend auf einem Großbearbeitungszentrum spanend fertiggestellt.

02

Werkstoffe im maritimen Umfeld: NAB und Duplexstähle

Im Seewassereinsatz sind Korrosion und Kavitation die dominierenden Schadensursachen: Nickel-Aluminium-Bronze (CuAl9Ni5Fe4 / NAB) ist der Standardwerkstoff für Schiffspropeller. WAAM-gefertigtes NAB erreicht nach Glühen feinkörnigere Gefüge und höhere Kavitationsbeständigkeit als Sandguss. Bei Offshore-Öl- und Gaskomponenten werden Duplex- und Superduplex-Stähle (1.4462 / 1.4410) aufgeschweißt, die streng auf das 50:50-Austenit-Ferrit-Verhältnis überwacht werden müssen.

03

Zertifizierung nach DNV-ST-B203 und Lloyd’s Register

Kein sicherheitsrelevantes Bauteil darf ohne Abnahme einer Klassifikationsgesellschaft auf hoher See eingesetzt werden. Mit dem Standard DNV-ST-B203 existiert ein weltweit anerkannter Leitfaden für metallische Additive Fertigung im Schiffbau. Er definiert drei Build-Levels (AMC 1 bis AMC 3) und verlangt strenge Schweißverfahrensprüfungen (WPQR), lückenlose Protokollierung der Schweißparameter (Wärmeeintrag kJ/mm) und 100%-ZfP-Prüfungen (Ultraschall, Durchstrahlung).

04

Topologieoptimierung und Leichtbau im Schiffbau

WAAM beschränkt sich nicht nur auf den Ersatz bestehender Gussgeometrien. Durch generative Konstruktion (Topologieoptimierung) können Kranausleger, Seilrollenhalterungen und Deckbeschläge mit organischen Kraftflussstrukturen gestaltet werden. Bis zu 40 % Gewichtseinsparung bei gleicher Tragfähigkeit bedeuten mehr Nutzlast und reduzierten Treibstoffverbrauch der Schiffe.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Oberflächenrauheit hat ein WAAM-Bauteil?
Typische Rauheitswerte liegen bei Ra 100 bis 500 µm mit sichtbaren Schweißraupen. Daher werden alle Dicht- und Funktionsflächen mit 5 bis 10 mm Aufmaß geplant und konventionell CNC-überfräst.
Kann WAAM direkt auf Schiffen oder Werften eingesetzt werden?
Ja, mobile WAAM-Zellen in Containerbauweise können direkt auf Werften oder in Offshore-Stützpunkten installiert werden, da die Anforderungen an Umgebungsbedingungen (kein Vakuum, Standard-Schutzgas) deutlich unkritischer sind als bei Pulverbettanlagen.
Welche Schutzgase werden für WAAM im Schiffbau verwendet?
Für Baustähle und Duplex werden Mischgase aus Argon mit CO2 oder geringen Anteilen N2 / O2 verwendet. Für Nickel-Aluminium-Bronze und Titan wird reines Argon 4.6 bis 5.0 eingesetzt.

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