Verfahren & Technologien W3D-TG-14 ISO/ASTM 52900 Validiert

CMT-WAAM: Cold Metal Transfer für verzugsarmen Lichtbogendruck

Ingenieur-Guide zu CMT-WAAM (Cold Metal Transfer): Geregelter Werkstoffübergang, Eigenspannungsreduktion, Aluminium- und Stahlverarbeitung bei bis zu 6 kg/h.

Stand: 2026-03-22 Lesezeit: 8 min Fachredaktion Additive Fertigung
Executive Summary & Technische Kernaussagen Normativer Status: Valide

Das CMT-Verfahren (Cold Metal Transfer von Fronius) ist die führende Lichtbogen-Technologie im drahtbasierten Wire Arc Additive Manufacturing (WAAM). Durch die mechanische Drahtrückzugsbewegung im Millisekunden-Takt löst sich der Tropfen nahezu stromlos ab. Der thermische Wärmeeintrag sinkt um bis zu 30 % gegenüber konventionellem MSG-Schweißen, wodurch Verzug und Grobkornbildung bei Aluminium und dünnwandigen Stahlgeometrien dramatisch reduziert werden.

  • Stromloser Tropfenübergang durch mechanischen Drahtrückzug minimiert den Wärmeeintrag prozessbedingt.
  • Spritzerfreies Auftragen verhindert Bindefehler und erspart aufwendiges manuelles Nachputzen der Lagen.
  • Erreicht Aufbauraten von 2 bis 6 kg/h bei Baustählen, Edelstahl, Nickelbasis und Aluminiumlegierungen.
Wärmeeintrag
-30 % vs MSG
Aufbaurate
2 - 6 kg/h
Spritzerbildung
nahezu 0 %
Standard
DIN EN ISO 15614

Technische Kennwerte & Verfahrensvergleich

ISO/ASTM 52900
Parameter CMT-WAAM (Cold Metal Transfer) Konventionelles Impuls-MIG WAAM W-LMD (Draht-Laser)
Wärmeeintrag Sehr gering (mechanisch geregelt) Moderat bis hoch Extrem gering (fokussierter Laser)
Spritzerneigung Nahezu spritzerfrei (< 0.1 %) Geringe bis mittlere Spritzer Vollständig spritzerfrei
Aufbaurate 2.000 - 6.000 g/h 2.500 - 8.000 g/h 400 - 1.200 g/h
Dünnwand-Eignung Ab 2.5 mm Wandstärke Ab 5 mm Wandstärke Ab 0.8 mm Wandstärke
Investitionskosten Niedrig (Standard-Roboterzelle) Niedrig Mittel bis hoch
01

Das Funktionsprinzip des mechanischen Drahtrückzugs

Beim konventionellen Kurzschluss-Lichtbogenschweißen brennt der Lichtbogen, schmilzt den Draht ab und erzeugt beim Kurzschluss hohe Stromspitzen, die Schmelzspritzer verursachen. CMT revolutioniert diesen Zyklus: Sobald der Kurzschluss detektiert wird, zieht ein hochdynamischer Servomotor den Schweißdraht mechanisch zurück. Der Tropfen löst sich ohne thermischen Schock ab. Erst wenn der Draht wieder vorgefahren ist, zündet der Lichtbogen erneut – der Prozess bleibt "kalt" und hochstabil.

02

Verarbeitung von Aluminiumlegierungen (AlSi5, AlMg5)

Aluminium neigt beim Lichtbogenschweißen zu Wasserstoffporosität und Rissbildung. Durch den geringen Wärmeeintrag und die definierte Erstarrungszeit im CMT-Prozess entweicht Feuchtigkeit kontrollierter. In Kombination mit AC-CMT (Wechselstrom-CMT) wird die natürliche Oxidhaut der Aluminiumschichten in der negativen Polaritätsphase aufgebrochen, was bindefehlerfreie Schichten mit Zugfestigkeiten auf Gussniveau (Rm > 240 MPa bei AlSi5) ermöglicht.

03

Wirtschaftlichkeit im industriellen Großbauteilbau

Gegenüber Laser-DED punktet CMT-WAAM durch extrem günstige Anlagenkosten: Eine 6-Achs-Roboterzelle mit Fronius CMT-Stromquelle und Drehtisch amortisiert sich oft ab dem ersten Großprojekt. Flansche, Rohrstutzen, Druckbehältersegmente und maritime Träger lassen sich mit Schweißdrähten nach Standard-DIN-Normen ohne teure Spezialpulver aufbauen.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Schutzgase werden für CMT-WAAM benötigt?
Für Stähle kommen Standard-Mischgase (Argon mit 8-18% CO2) zum Einsatz. Für Aluminium und Nickelbasislegierungen wird reines Argon 4.6 oder Argon-Helium-Gemische (z.B. Aluline He30) verwendet.
Wie dick ist das typische Zerspanungsaufmaß bei CMT-WAAM?
Durch die geringere Welligkeit im Vergleich zum Impulsschweißen reicht meist ein Aufmaß von 3 bis 6 mm pro Seite vor der finalen CNC-Zerspanung aus.

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