Metal Binder Jetting

Ein Verfahren der ISO/ASTM-Familie Binder Jetting, bei dem Metallpulver schichtweise durch ein flüssiges Bindemittel (Binder) verklebt wird. Anschließend muss das Grünteil entbindert und gesintert werden.

Funktionsprinzip & Prozessablauf

Funktionsprinzip: Ein Druckkopf (ähnlich einem Tintenstrahldrucker) sprüht selektiv Binder in ein Metallpulverbett. Nach dem Druckprozess entsteht ein fragiles "Grünteil".

Prozessablauf: Drucken (Verkleben des Pulvers) → Aushärten im Ofen (Curing) → Entpulvern → Entbindern (Debinding) → Sintern im Hochtemperaturofen → Dichtes Metallbauteil.

Technische Merkmale

  • Energiequelle: Keine thermische Energie beim Druck (Chemisches Binden); erst im Sinterofen kommt thermische Energie zum Einsatz.
  • Materialzuführung: Pulverbett (und Binder über Druckkopf).
  • Typische Bauteilgrößen: Kleine bis mittelgroße Serienbauteile.
  • Aufbaurate: Sehr hoch (Druckprozess ist extrem schnell, da tausende Düsen parallel arbeiten).
  • Genauigkeit: Mittel bis hoch (Schrumpfung beim Sintern muss exakt im CAD kompensiert werden).
  • Oberflächenqualität: Mittel bis gut (oft etwas rauer als PBF-LB/M).

Anwendungen & Materialien

Typische Materialien: Edelstahl (316L, 17-4PH), Kupfer, Werkzeugstahl, Tungsten Carbide.

Typische Anwendungen: Serienfertigung kleiner Gehäuseteile, Gussersatz, komplexe mechanische Komponenten.

Branchen: Automotive, Massengüter, Allgemeiner Maschinenbau.

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